Wenn ich manches in meinem Leben nicht getan hätte, wenn ich mich nicht getraut hätte oder Dinge immer wieder auf „irgendwann“ verschoben hätte, dann hätte ich vermutlich ein Leben voller "Ach, hätte ich doch mal...." geführt. Ein Leben mit ständigen Gewissensbissen. Genau deshalb bin ich heute froh, dass ich viele Dinge einfach gemacht habe.

Auch wenn manches unüberlegt war. Auch wenn Entscheidungen dabei waren, die mir und schlimmstenfalls auch anderen, im Nachhinein vielleicht sogar geschadet haben, bin ich trotzdem froh, dass ich sie getroffen habe. Dass ich diesen Mut immer wieder aufgebracht habe, Dinge zu tun, ohne sie totzudenken, ohne vorher zehn Meinungen einzuholen, ohne mich zu sehr darum zu sorgen, was andere darüber denken könnten. Denn ich weiß: Hätte ich es nicht getan, wäre etwas in mir leer geblieben. 

Ob es darum ging, auf einer Bühne zu stehen, mich öffentlich zu zeigen, spontan zu helfen, im Ahrtal anzupacken, bei einem Unfall anzuhalten oder einer verwirrten Person auf der Straße beizustehen – es macht immer einen Unterschied, ob man etwas tut oder nicht tut. Im besten Fall verändert man damit das Leben eines anderen Menschen positiv. Und selbst wenn das nicht geschieht und das eigene Leben dadurch zunächst vielleicht komplizierter, unbequemer oder sogar schmerzhafter wird, bleibt etwas Wertvolles zurück.

Mit etwas zeitlichem Abstand wird aus dem Gefühl von „Das war vielleicht nicht klug“ oft eine Erkenntnis. Manchmal reicht ein Schritt zurück, ein Perspektivwechsel. Und plötzlich erkannte ich: Die Angst war größer als die Realität. Angst engt mich ein, Mut gibt mir Freiheit.

Denn Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut setzt Angst voraus. Wenn wir diese Angst nicht überwinden, dann bleiben wir in ihr stecken. Erst wenn wir durch sie hindurchgehen, können wir erkennen, dass sie oft größer war als das, was wirklich vor uns lag.

Ich erinnere mich an Situationen, in denen ich einfach gemacht habe, obwohl die Angst oder Unsicherheit laut war. Und ich habe erlebt, dass diese Angst unbegründet war. Genau dort wurde ich zur Überwinderin. 

Auch heute bin ich nicht frei von Zweifeln. Aber ich habe geübt, meine Angst mit Mut zu überwinden. Wenn es gelingt, ist die Freude umso größer. Und wenn nicht, sage ich mir: Das hat diesmal nicht funktioniert – aber beim nächsten Mal versuche ich es wieder.

 

Bist auch Du eine Überwinderin, oder willst eine werden?

Dann lies gerne meine Geschichte und erzähle mir von Deinen Erfahrungen.

Ic freue mich auf Dich.

Deine Nadia 

 
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