Mein Blog

26.03.2026
Nadia
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Einfach mal krank sein – tatsächlich war ich die letzten zwei Jahre und drei Monate mehr krank als gesund. Jeden Moment, in dem ich etwas Kraft spürte oder wieder etwas tun konnte, habe ich genossen. Zum Glück hatte ich auch viel Gelegenheit, zu ruhen, die Dinge auf mich zukommen zu lassen und nichts tun zu müssen.

Diese Zeit empfand ich als beruhigend und heilsam. Ich konnte mich viel mit Gott, mit Jesus und meinem Glauben beschäftigen und daraus Kraft schöpfen – eine Kraft, die ich auch in Zukunft brauchen werde. Ich habe erkannt, dass sie nicht allein aus mir selbst kommen soll, sondern durch Gottes Hilfe und Gnade, um alles, was kommt, zu bewältigen.

Ein großes Thema für mich ist Demut. Sie bedeutet für mich, einen Schritt zurückzugehen von zu großen Wünschen und Herausforderungen, Abstand zu gewinnen, dankbar zu sein für das, was ich habe, und zu schätzen, was ich bereits erreicht habe. Demut ist wie ein Reset: Wenn ich merke, dass ich zu sehr in der Welt verhaftet bin oder mir zu viele Gedanken mache, gehe ich demütig zurück zu einer Haltung der Dankbarkeit und wende mich an Gott, der mir das Leben geschenkt hat.

Ich bin dankbar, dass ich den Weg der Heilung gehen durfte und in diesem Prozess ein neues Leben erleben kann. In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass wieder mehr um mich herum passiert, dass ich mir mehr zutraue und erlaube zu handeln, dabei aber auf mich selbst achte und meine Grenzen respektiere. Natürlich stoße ich dabei auch an kleinere Belastungsgrenzen, die mir zeigen: Bis hierhin geht es, weiter aber noch nicht.

Seit fünf Tagen hat mich ein Magen-Darm-Infekt wieder ausgebremst. Anfangs war ich verzweifelt, weil ich gerade in einem guten Lauf war, in dem ich die Balance zwischen Tun und Nichtstun üben konnte. Jetzt bin ich wieder beim vollständigen Nichtstun. Ich nehme an, dass ich diese Balance erneut lernen darf – zwischen aktiv sein und loslassen, mich zurückziehen und wieder einbringen, akzeptieren und darauf vertrauen, dass alles gut wird.

18.11.2025
Nadia
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11.11.2025

Ich komme gerade von meiner manuellen Therapieeinheit und entscheide mich, auf den Michaelsberg zu fahren und dort eine Runde spazieren zu gehen. Ich bin ein paar Meter gegangen und spüre schon wieder Gottes Gegenwart. Die Weinreben – ich denke an die Bibel, an das, was er darüber sagt: den Weinstock, die Natur, die Bäume, die Vögel. Ich bin wieder fasziniert und voll in seinem Bann. Und dann lasse ich euch noch einmal anschauen, wie sich das auf mich auswirkt.

Eigentlich möchte ich gar nichts sprechen, weil ich versuche, den Duft Gottes einzufangen. Weil ich versuche, durch seine Augen zu sehen. Nein, ich versuche es nicht. Ich rieche ihn. Ich sehe ihn. Ich sehe in jedem kleinsten Detail seiner Schöpfung die wunderbare Schönheit.

Dieser unglaublich eindringliche, liebliche Duft, der in meine Nase weht – wahrscheinlich noch etwas unterstützt vom Wind –, die Vögel, die zwitschern, und die Blätter, die sich langsam von den Bäumen auf den Boden hinabbewegen. Ich atme ein, und mein Grinsen erstreckt sich von einem Ohr zum anderen, während ich alles mit einer ganz neuen Herrlichkeit sehe. Die Sonne blinzelt mir durch die Äste entgegen, und die Vögel zwitschern.

Der wunderschöne Blick, der sich vor mir erstreckt, weil ich mich kurz umgedreht habe auf meinem Spaziergang. Ich sehe durch ein Tor hindurch. Ich bin auf die andere Seite eines anderen Waldes, auf einen anderen Hügel geraten. Und es fällt ein Blatt.

Ein Blatt, das nur ich in diesem Moment gesehen habe. 

Ein Radfahrer tritt in die Pedale und radelt an mir vorbei, grüßt mich mit einem netten „Hallo“, und dieser wunderbare, durchdringende, süßliche Duft steigt weiter in meine Riechsinne. Ich versuche, den Duft zu deuten. Ich nehme an, es ist heruntergefallenes Obst, das langsam auf dem Boden kompostiert und diesen unglaublich süßlichen Geruch in meine Nase trägt. Eine Mischung aus dem Duft des herabgefallenen Laubs, vermengt mit den Düften der Halme, Gräser und Sträucher. Ich bin überwältigt von der wunderbaren Schönheit Gottes.

Ich atme ein und wieder aus. Ich atme ein und wieder aus.

Es ist ein Moment der göttlichen Vollkommenheit: den Wind zu beobachten, wie er die Blätter bewegt, wie er manche Blätter von den Bäumen weht, wie er an den Ästen der Sträucher zupft, die neben mir stehen, und die Sonne, die mich von links anblinzelt.

Der Wegesabschnitt, auf dem ich mich befinde, liegt leicht im Schatten. Wenn ich mich aber umdrehe und durch den Bogen der Natur auf die andere Seite zum anderen Wald blicke, sehe ich diesen Weg dort von der Sonne bestrahlt.

Vor mir erstreckt sich schon ein gelb leuchtendes Feld. Die Sonne steht jetzt zu meiner Rechten und scheint mir direkt ins Gesicht. Ein Novembertag fast wie ein goldener Oktobertag. Vielleicht wird auch der November ein goldener November. Und vor mir dieses wunderschöne Feld, das gelb glitzert.

Über mir singen die Krähen und drehen ihre Runden, sammeln ihre Nüsse. Fast jede Krähe, die ich in den letzten Wochen gesehen habe und die über mir hinweggeflogen ist, hatte etwas im Schnabel.

Die Vögel fliegen wild um die drei nebeneinander aufgestellten Bäume, die sich vor mir am oberen Teil des Weges auf dem Hügel aufbäumen. 

Als ob sie miteinander kommunizieren und sagen: „Hier, flieg hier lang, hier gibt es noch was zum Aufpicken.“ Und der andere schreit: „Nein, komm hier rüber auf diesen Baum, hier ist es richtig gemütlich.“

Dort oben erblicke ich schon die Bank, die mir ein Gefühl von Ruhe, Ausruhen, Hinsetzen und Loslassen gibt. Ob ich mich daraufsetzen werde, weiß ich noch nicht. Gerade fällt ein Blatt ins Feld hinter die Brennnesselsträucher, und ich bin immer noch überwältigt. Die Vögel ziehen ihre Kreise über dem Feld, und die Sonne scheint immer stärker durch die Wolken hindurch.

Es ist noch gar nicht so spät am Morgen. Es ist erst kurz nach zehn, und ich darf jetzt schon diesen wunderschönen Weg gehen.

Ich entschließe mich, mich doch auf die Bank zu setzen. 

Ich bin diesen Weg schon dutzende Male gegangen und habe mich noch nie auf diese Bank gesetzt. Heute werde ich es tun. Und siehe da: Es ist wirklich eine wunderbare Sonnenaufgangsbank, denn genau hier strahlt die Sonne über mir und bahnt sich hier ihren Weg.

Ich schlendere vorbei an meinem Hochsitz, von dem ich schon des Öfteren auf die Felder geblickt habe. Mein Feld, das normalerweise bestückt ist mit Tausenden von Maiskolben, ist gerade leer. Aber der Anblick ist nicht weniger schön.

Vom unteren Teil des Weges, wo ich diesen tiefen Duft eingeatmet habe, trägt der Wind mir diesen Duft weiter entgegen. Ich gehe den Hang hinauf; der Wind treibt den süßlichen Duft von unten nach oben in meine Nase, vermengt mit den anderen Düften, die ich unterwegs wahrgenommen habe. Es ist wirklich wie ein kleiner Duftcocktail.

Schade, dass ich ihn nicht in einem kleinen Behälter einfangen kann, um daraus ein Parfüm zu machen. Wahrscheinlich werde ich ihn aber irgendwann aus meiner Erinnerung wiederriechen können.

Ich gehe weiter, und der Duft wird etwas leichter, sanfter, weicher – es riecht mehr nach feuchtem Gras, das sich mit dem feuchten Laub und dem Duft des Laubes vermengt.

Meine Seele ist frei; deswegen kann ich diese Natur und diese Schönheit unfiltriert aufnehmen.

Der Boden vor mir weist einige Risse auf – eine Art Zerbruch. 

Wenn ich aber weiter über das Feld blicke, hinüber zu den Bäumen, dann fühlt es sich an, als ob sich alles wieder zusammenfügt, heilt und Natur, Tier und Mensch im Einklang miteinander leben.

Am liebsten würde ich euch mitnehmen. Am liebsten würde ich euch alles, was ich hier schreibe, mit dem Klang meiner Stimme vermitteln – mit den Augen, mit den Eindrücken, mit den Gerüchen, mit allem, was ich hier wahrnehmen kann. Doch ich hoffe, dass auch allein die Worte euch beflügeln werden.

Beseelt vom Duft und vom Wind, vom Rauschen der Blätter und vom Glanz der Sonne werde ich jetzt meinen Weg weitergehen.

13.08.2025
Nadia
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 Endlich habe ich es geschafft, eine Auszeit im Café Auszeit zu erleben. Das erste Mal fahre ich an diesem Café vorbei – und es hat geöffnet. Was mich gerade erwartet, erfahrt ihr jetzt.

Einfach mal eine Auszeit machen und einkehren, um zu sich selbst zu finden. Ich betrete dieses wunderschöne Café, das ich schon seit Monaten besuchen wollte, und bin fasziniert von all den Eindrücken, die auf mich einprasseln. An den Wänden hängen wunderschöne Bilder, gemalt von einer Künstlerin, die verschiedenste Emotionen in mir hervorrufen: Freude, Gelassenheit, Ankommen, Loslassen und Vielfalt.

Zu jedem kleinen Detail in diesem Raum fühle ich mich hingezogen. Ich möchte ihn genau anschauen, beobachten, ihm die Aufmerksamkeit schenken, die der Gegenstand, die Bilder, die Accessoires verdienen.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mich nach draußen setze oder das Innenleben auch noch auf mich wirken lassen möchte. Ich entscheide mich, in die hinterste Ecke zu setzen, damit ich den Überblick habe über die vielen Details dieses interessanten Raumes.

Ich mag die kleinen Details – die Seifen, die auf einem Tisch liegen. Das Salz, aufgefüllt in kleinen Glasbehältern. Die Bilder in tiefrot, hellgelb und blau getaucht, in denen Kolibris fliegen.

Der Zapfhahn gleicht einem gelben, alten Briefkasten. Er gleicht nicht nur einem alten, gelben Briefkasten – er ist umhüllt von einem gelben, alten Briefkasten. Der Hut hängt an der Garderobe. Der Mann liest seine Zeitung. Zwei Frauen unterhalten sich angeregt. Eine sitzt allein. Ein Pärchen genießt schweigend – nicht resignierend.

Die Ruhe und doch die Nichtruhe in diesem Raum erfüllen mich mit Dankbarkeit und losgelöster Zufriedenheit. Ich bin gespannt auf die Toiletten – ob sie gemütlich sind oder einfach nur Toiletten.

Ich bestelle einen Latte Macchiato und lasse die Speisekarte noch einmal auf mich wirken. Vor mir ein Regal mit drei Brettern: zwei kurzen und einem längeren oben. Darauf stehen altes Porzellan, Kaffeegefäße und alte Töpfe mit rosa Blumen – so wie früher bei der Oma zu Hause.

An der Decke befinden sich für mich noch rätselhafte, runde Ornamente.

Die Bilder der Künstlerin faszinieren mich. Ich tauche ein in ihre Farbenwelt – in den Stil, die Fülle, die Ruhe und das, was mich aufnimmt.

„Das habe ich noch gar nicht gesehen“, sagt die Frau, die im Café neben mir sitzt, als ich die Bilder hinter ihr an der Wand betrachte. Ja, manchmal sieht das menschliche Auge tatsächlich nicht alles. Es kommt immer darauf an, ob man etwas sehen möchte oder ob man eher in Gedanken versunken ist. Ich gehe durch die Schiebetür zum WC – und es lädt ein zum Verweilen. Die dicken, türkisfarbenen Fliesen an der Wand bringen Gemütlichkeit in diesen Raum.

Die Quinoa-Bowl mit angebratenen Tofu-Streifen schmeckt vorzüglich. Mein Eintauchen in diese Auszeit, in die Kaffee-Auszeit, wird zum Eintauchen in eine Welt, die ich mir selbst erschaffen kann.

Eine Auszeit, die von innen heraus entsteht. Eine Auszeit funktioniert nicht nur, wenn ich sie aktiv herbeirufe, sondern auch, wenn ich sie einfach geschehen lasse – indem ich meiner Seele Raum und Luft zum Atmen gebe.

Ich verweile, ich eile nicht, in der Auszeit. Zeit für mich, die Seele baumelt, das Herz lacht – so habe ich wieder etwas für mich gemacht.

Bei einem kurzen Gespräch mit der Inhaberin des Cafés erzähle ich ihr von meinem Blog und frage sie, ob es für sie in Ordnung ist, wenn ich die Bilder hier veröffentliche. Ich sage ihr, mein Blog heißt „einfach machen“. Da sagt sie: „Oh, das passt ja. Ich habe auch einfach gemacht, als ich dieses Café eröffnet habe.“ Wie man sieht, ergeben sich die schönsten Dinge, wenn man einfach macht – nicht viel zerdenkt, nicht viel zerredet, sondern die Dinge umsetzt. Und der Weg bereitet immer so viele Wunder.

Winke Winke und bis bald.

Eure Nadia 🌿

03.08.2025
Nadia
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 Diesen Beitrag habe ich zum Hier stehenden Datum während eines Gletscherschubs geschrieben. Heute, also am 07.10.25, kurz nach dem "Tag der Depression", dachte ich, es könnte jetzt passen ihn zu veröffentlichen, wie es mir ergeht, wenn der Schub kommt und wie ich damit umgehe.

Ein Gletscherschub.

Ich habe mich dazu entschieden, hinzuhören, was meine Seele mir sagen will, wenn ich wieder Gletschersymptome habe.

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich wieder Gletschersymptome habe.

Manchmal kommen sie schleichend, plötzlich sind sie wieder etwas stärker da,

werden dann wieder etwas schwächer, lösen sich ganz auf oder plätschern so dahin.

Gletschersymptome sind oft gar nicht berechenbar.

Ich nehme sie bewusst wahr und höre ihnen aufmerksam zu.

Ich empfinde es nicht als einen Rückfall, sondern als ein Meer mit Wellen.

Sie kommen und gehen, und keine bleibt für immer.

Ich will diesen Moment nutzen, um mich sanft mit mir selbst und mit Gott zu verbinden.

Ich habe das Wort Depression durch das Wort Gletscher ersetzt.

Das hat mir im letzten Jahr während meines langen Krankenhausaufenthalts sehr geholfen,

weil ich dieses Wort dann immer auch mit diesen Symptomen verbunden habe,

aber ein Gletscher kann schmelzen.

Deshalb ersetze ich das Wort Depression durch Gletscher.

Wenn die Symptome kommen, versuche ich zuerst, sie wahrzunehmen.

Ich spüre in mich hinein, nehme wahr, wie stark sie sind,

und versuche dann mit meinen Skills,

die ich als passend und hilfreich erlebt habe, sie zu lindern.

Am besten hilft mir zuerst, einfach ins Grüne zu blicken,

Bäume anzuschauen, mit meinen Augen über die Felder zu schweifen

und die satte Farbe Grün in mich aufzunehmen.

Ich hole mich ins Jetzt und Hier

und mache mir bewusst, dass es kein Gefühl ist, das mich überschwemmt,

sondern ein Symptom.

Heute bin ich auch an einem Bach vorbeigekommen,

das Plätschern und Beobachten der kleinen Wellen

hilft ungemein, wieder eine klare und freie Sicht zu bekommen.

Manchmal ist es nur für einen kurzen Augenblick,

aber diesen koste ich umso mehr aus.

So werde ich mir bewusst, dass ich es in der Hand habe

und Möglichkeiten habe, diese Symptome anzugehen,

um mich nicht von ihnen beherrschen zu lassen.

In Worte zu fassen, was in mir tatsächlich passiert, ist gar nicht so einfach.

Ich könnte es so beschreiben:

Alles, wozu ich davor noch Ja gesagt hätte und was mir nichts ausgemacht hätte,

würde ich jetzt mit Nein beantworten und mich am liebsten etwas mehr zurückziehen.

Ich respektiere diese Reaktionen bei mir,

weil ich weiß, dass ein Gletscher das eben hervorruft.

Ich nehme es wahr, gehe wohlwollend mit mir um

und gehe nicht einfach drüber hinweg,

denn so würde ich mich selbst missachten.

Auch das Singen hilft mir sehr.

Ich habe festgestellt, dass, wenn ich einfach los singe, für mich singe, in mich hinein singe,

es eine heilende Kraft in mir auslöst.

Nicht vor Publikum, sondern für meine Seele.

Ich spreche Verse aus der Bibel vor mich hin,

packe sie in Melodien, gehe sie innerlich durch

und spüre, wie sie sich heilsam um meine Seele wickeln.

Ich habe gelernt, dass Loslassen mitten in den Symptomen

und das Annehmen eine große Kraft ausüben.

Den Kampf gegen die Symptome gewinnt man nicht.

Denn ein Gletscher ist kein Feind, gegen den ich kämpfen muss.

Er ist ein Teil von mir, den ich behutsam betrachten darf.

Nur so kann er schmelzen und das hervorbringen,

was so wunderschön in mir verborgen liegt.

Ich stelle mir vor, dass, wenn der Gletscher schmilzt,

darunter eine wunderschöne, farbenprächtige Blume hervortritt,

die nur darauf wartet, ihre Pracht zu entfalten.

Der Gedanke bringt mir ein Lächeln ins Gesicht.

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich mitten im Hier und Jetzt,

und der Gletscher kann langsam vor sich hinschmelzen.

Nach einem Gletscherschub fühle ich mich oft wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Oft sehe ich die Welt plötzlich mit ganz neuen Augen,

nehme alles noch intensiver wahr

und bin beeindruckter von Gottes Schöpfung.

Das kann ganz schön anstrengend sein,

immer wieder aufs Neue dasselbe auf wundersame Weise neu zu entdecken.

Diese Momente haben wirklich etwas Göttliches.

Es ist, als bekäme ich die Chance, alles frisch und neu zu betrachten,

wie neu geboren.

So, als hätte das Gletschersymptom etwas unterdrückt,

und das neue Erwachen zeigt seine Schönheit noch prächtiger.

Je öfter das passiert, desto besser kann ich damit umgehen.

Aber es gibt auch Tage, an denen ich das Gefühl habe, alles wieder neu zu sehen,

obwohl ich es zuvor schon einmal gesehen habe,

manchmal ohne, dass ich gerade ein schlimmeres Symptom habe.

Es fühlt sich an wie immer wieder neu erwachen, eben „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Doch ich bin nicht verärgert darüber, immer wieder dasselbe durchleben zu müssen.

Ich durchlebe zwar dasselbe, aber es fühlt sich nicht gleich an,

und ich nehme es nicht gleich wahr.

Es ist, als ob ich ein grünes Blatt im ersten Moment als grün empfinde –

grüner, saftiger und schöner.

Die Kehrseite ist, dass ich mich manchmal so fühle,

als müsste ich mit allem wieder von Neuem beginnen.

Nach so vielen Monaten ist das nicht mehr so extrem,

aber am Anfang war es wirklich so,

dass ich nach einem langanhaltenden Gletschersymptom

das Gefühl hatte, alles von Neuem lernen zu müssen.

Und doch war es jedes Mal neu.

Ich nehme alles ganz anders wahr.

Ich bin schreckhafter, erstaunter, erfreuter, trauriger, wütender, aggressiver, gereizter,

aber vielleicht auch liebevoller, verständnisvoller, ehrfürchtiger und demütiger.

Es ist alles mehr als im Normalzustand.

Okay, es ist anstrengend.

Es ist wirklich anstrengend, weil ich dem Ganzen trotz allem irgendwie ausgeliefert bin.

Auch wenn ich weiß, was ich tun kann, um es erträglicher zu machen,

bin ich im ersten Moment ausgeliefert.

Ich weiß, das ist jetzt so. Morgen wird es anders sein,

dann sehe ich die Welt wieder mit neuen Augen,

stehe wie an einem Neuanfang –

einem Neuanfang mit Fundament.

Ich habe ein Fundament.

Es ist nicht mehr so, dass ich komplett ins Nichts zurückfalle,

sondern ich beginne immer wieder dort,

wo ich mir schon etwas aufgebaut habe.

06.07.2025
Nadia
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Probiere es einfach mal aus. Wenn du zum Beispiel am Essen bist, dann iss – und tu nichts anderes nebenbei. Lies dabei keine Zeitung, schreib keine WhatsApp, leg das Handy zur Seite und führ auch kein Telefonat.

Leg alles beiseite. Nimm die Gabel in die Hand, schau, was du dir auflädst, führ sie zum Mund – und genieße. Du wirst merken, wie sich deine Wahrnehmung verändert. Du wirst wirklich schmecken, was du isst.

Dann isst du nicht mehr nur, um satt zu werden, sondern dein Körper, dein Geist und deine Seele bekommen mit, was du isst – den Geschmack, das Gefühl. Und genau dann wird auch dein Hunger wirklich gestillt.

Wir Menschen sind nicht dafür gemacht, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Vor allem nicht bewusst. Unsere Seele kommt beim Multitasking gar nicht mit.

Deshalb ist es so wichtig, auf eine Sache nach der anderen zu achten. Probiere das einfach mal aus. Fang beim Essen an.

Bereite dein Essen zu. Stell es vor dich hin. Schau es dir genau an. Freue dich darauf, gleich etwas Leckeres essen zu dürfen. Und dann: leg los.“**

02.07.2025
Nadia
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Einfach anrufen. Einfach um Hilfe bitten. Einfachmachen.

Manchmal ist es nur ein Gedanke. Ein Impuls.

Und manchmal verändert genau dieser Impuls den ganzen Tag.

Heute war so ein Moment. Ich saß da, wie wir alle manchmal dasitzen – im inneren Zögern. Soll ich jetzt anrufen? Oder lieber später? Vielleicht gar nicht?

Aber dann kam dieser klare Gedanke:

Einfach anrufen. Jetzt.

Und ich habe es gemacht.

Ich habe meinen guten Freund angerufen. Einen Menschen, der mich in einer der schwersten Zeiten meines Lebens begleitet hat – in meiner Burnout-Zeit, als ich innerlich vor einem Gletscher stand.

Wir haben über Gott gesprochen, über den Glauben, über die Zeit damals. Er konnte mich verstehen und wertvolle Impulse geben, weil er selbst in seiner Familie Erfahrungen mit dieser Erkrankung gemacht hat.

Es war emotional – ja.

Aber auch heilend.

Denn in diesem Gespräch habe ich wieder gespürt, wie sehr Gott wirkt – durch Menschen. Zur richtigen Zeit. Am richtigen Ort. Durch einen einfachen Anruf.

Und genau das ist der Kern meines Themas: Einfachmachen.

Nicht zerdenken. Nicht warten, bis „der richtige Moment“ irgendwann kommt. Sondern auf das hören, was sich jetzt stimmig anfühlt.

Wir brauchen einander. 

Was mir an diesem Tag wieder ganz klar geworden ist:

Wir dürfen uns viel öfter eingestehen, dass wir nicht alles alleine schaffen müssen.

Dass wir auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Und dass das nichts mit Schwäche zu tun hat – sondern mit Mut.

Denn jedes Mal, wenn wir sagen:

„Ich brauche gerade Unterstützung.“

geben wir auch anderen den Mut zu sagen:

„Ich auch.“

So entsteht ein Kreislauf.

Ein ehrlicher, gesunder Kreislauf des Lebens.

Ein Miteinander, in dem Geben und Nehmen sich ganz natürlich abwechseln. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne Grübeln. Ohne die Frage: „Kann ich das jetzt wirklich fragen?“

Wenn es uns um Qualität im Leben geht – um echte Verbindung, wahre Beziehungen, Tiefe – dann dürfen wir dieses Miteinander ganz selbstverständlich leben.

Dann wäre das Helfen und Hilfe-annehmen kein Kraftakt mehr, sondern ein Automatismus.

Ein natürlicher Fluss.

Wir würden wissen:

Wer ist für mich da? Für wen kann ich da sein?

Und genau dadurch entstehen Heilung, Stärke und Vertrauen.

28.06.2025
Nadia
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Tag für Tag gehe ich diesen Weg entlang.Ein stiller Spaziergang, begleitet von Schmetterlingen, die lautlos umherschweben. Zur rechten und zur linken Seite stehen Bäume in voller grüner Pracht.Rechts entdecke ich Brennnesseln – ihre Blüten, reich an Vitamin C, leuchten im Licht.Links säumen Sträucher den Weg. 

Ich weiß nicht, ob sie essbar sind oder einfach nur wild wachsen.Und doch verspüre ich den Impuls, einfach meine Hand auszustrecken, sie leicht zu streifen – und leise Hallo zu sagen.

Die Bäume am Wegesrand, rechts und links,

scheinen sich über den Weg hinweg die Hand zu reichen.

Ihre Äste reichen hinüber zu den Bäumen auf der anderen Seite,

und selbst das Grün und die Blätter,

scheinen miteinander zu kommunizieren.

Ich liebe es, diesen Weg zu gehen –

denn jedes Mal entdecke ich etwas Neues.

Die Grünflächen verändern sich ständig;

manche Sträucher sind schon vertrocknet,

und zu meiner Rechten sehe ich nun Brombeersträucher,

die vor Kurzem noch gar nicht da waren.

Das bedeutet: Irgendwann, wenn ich wieder hier entlanggehe,

werde ich Brombeeren essen können.

Ein weißer Falter fliegt zwischen den Brombeerblüten hin und her –

vielleicht bestäubt er gerade das, was später Frucht wird.

Der Wind rauscht durch die Blätter,

und jedes Mal, wenn ich hier entlanggehe,

ist es ein anderes Naturschauspiel.

Zu Beginn, als die Kastanienbäume noch keine Blätter trugen,

waren nur ihre Knospen zu sehen.

Ich war fasziniert von der Pracht dieser Knospen

und von der majestätischen Ästhetik,

wie sie sich überhaupt erst entwickeln,

bis sie schließlich zu einem glatten Blatt geworden sind.

Der Kastanienbaum, den ich beobachtet habe,

ist nun in seiner vollen Pracht –

doch die Blätter sind mittlerweile völlig vertrocknet.

Ich weiß nicht, ob es an der Trockenheit liegt,

weil es kaum geregnet hat,

oder ob er von irgendwelchem Ungeziefer befallen ist.

Ich kann es gar nicht sagen.

Und das Grün zu meiner rechten und linken Seite

ist zwar immer noch intensiv,

aber es liegt auch sehr viel Vertrocknetes auf dem Boden –

Äste, Blätter, vielleicht vom Sturm heruntergerissen

oder einfach abgefallen, weil sie kaputt waren.

Die Vögel zwitschern natürlich – wie an jedem Tag.

Aber es gibt Tage, an denen ich gefühlt hundert Vögel auf einmal höre.

Heute höre ich nur vereinzelte Zwitschergeräusche,

mal von rechts, mal von links –

als würden sie sich miteinander unterhalten.

Ein Gesangsspiel der Extraklasse.

Ich muss gerade wirklich schmunzeln.

Der eine macht lange, singende Töne,

der andere antwortet mit kurzen, schnellen Lauten.

Was das wohl bedeutet – die Sprache der Vögel?

Ganz instinktiv grüße ich manchmal die Bäume.

Wenn der Wind durch ihre Äste weht

und sich die Blätter leicht vor mir zu verneigen scheinen,

dann verneige ich mich auch.

Oder ich sage: Guten Morgen, wie geht es euch?

Habt ihr gut geschlafen?

Heute ist der Wald besonders ruhig.

Obwohl draußen der Wind um meinen Kopf weht,

ist es hier still – fast geborgen.

Deshalb höre ich die Vögel umso deutlicher.

Ihr Gesang scheint sich zwischen den Bäumen zu verfangen

und füllt den Wald mit leiser Musik.

Ich komme gleich an die Hütte,

die rechts am Wegesrand steht –

oder besser gesagt: ein überdachter Sitzplatz zum Ausruhen.

Sie blitzt nicht gerade vor Sauberkeit,

und sie lädt eigentlich auch nicht wirklich zum Verweilen ein.

Eher wirkt sie wie etwas, an dem man vorbeigeht,

ohne weiter darüber nachzudenken.

Doch an einem Tag setzte ich mich trotzdem.

Einfach aus Neugier.

Ich dachte: Vielleicht gibt es hier doch etwas zu entdecken.

Und tatsächlich – an einem der hölzernen Pfosten

hing ein kleines Schild mit folgendem Wortlaut:

Kommst du, o Mensch, in dies Revier,

vergiss uns nicht, wir leben hier,

sind froh und dankbar, genau wie du,

gibt man uns Frieden und die Ruhe.

Wir bitten dich, sei drauf bedacht,

dir sei der Tag, lass uns die Nacht.

Und wenn die Sonne geht zur Ruhe,

verlass dann den Wald auch du.

Sei morgens nicht zu zeitig hier,

sonst störst du uns und das Revier.

Vorm Dämmern bis zum Morgen,

bis zum frühen Morgen,

da müssen wir für Äsung sorgen.

Gar eng ist unser Paradies,

das uns die Technik übrig ließ.

Lass uns die Dickung,

bleib du auf den Wegen,

so kommst du uns entgegen.

Ein stiller Moment.

Als hätte der Wald selbst gesprochen.

Ich blieb noch einen Augenblick sitzen,

lauschte dem Wind, der durch das Blätterdach strich,

und ging dann langsam weiter –

mit einem neuen, stilleren Blick auf diesen Ort.

Als ich gestern hier entlang spaziert bin,

stand plötzlich ein riesiger LKW mit einem noch größeren Anhänger am Wegrand.

Er hatte einen Kran dabei und lud Baumstämme auf,

die hier wahrscheinlich schon vor Wochen gefällt worden waren.

Es war faszinierend, dem zuzuschauen –

wie präzise, fast elegant dieser massive Greifarm arbeitete.

Ich hatte mein Handy nicht dabei,

deswegen gibt es kein Foto von diesem Moment.

Aber vielleicht ist das auch gut so.

Denn manchmal möchte ich hier einfach nur entlangschlendern,

ohne etwas festzuhalten.

Einfach nur da sein.

Winke Winke und bis bald

Eure Nadia 🌿 

25.06.2025
Nadia
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Brücken bauen

Ich sitze gerade auf dem Balkon. Die Sonne steht schon etwas tiefer, mein frisch gepresster Karotten-, Orangen-, Zitronen-, Ingwer-Saft steht kühl und leuchtend neben mir. Ich strecke die Beine aus, atme durch, und entdecke einen Stapel Zeitschriften auf dem Tisch. Ich blättere einfach ein bisschen herum – ohne Ziel, einfach treiben lassen. Und dann springen mir plötzlich zwei Worte ins Auge: Brücken bauen.

Zwei einfache Worte – und sofort ist da ein Impuls. Ein Gedanke, der mich nicht mehr loslässt.

Brücken bauen – das begegnet uns doch ständig. Jeder spricht davon. Jeder hofft darauf. Und ja, das Thema berührt. Denn Brücken bedeuten Verbindung. Hoffnung. Zugang. Und auch Heilung.

Gerade im Ahrtal, das durch die Flutkatastrophe 2021 so schwer getroffen wurde, ist dieses Thema ganz konkret. Dort wurde kürzlich eine neue Brücke eröffnet. Und wer das Ahrtal kennt, weiß: Viele Brücken wurden damals einfach weggespült. Sie waren plötzlich verschwunden – von einem Tag auf den anderen. Ganze Dörfer wurden durch den Fluss voneinander getrennt. Auf einmal war die eine Seite vom Ort nicht mehr erreichbar für die andere. Menschen konnten sich nicht mehr sehen, nicht mehr helfen, nicht mehr trösten. Das war nicht nur praktisch schwierig – das war auch emotional eine tiefe Wunde.

Umso bewegender ist es, wenn jetzt, Jahre später, neue Brücken stehen. Feste, verlässliche Bauwerke. Brücken, die Menschen und Orte wieder miteinander verbinden. Eine schöne, geteerte Fläche – ohne Stolpersteine, ohne improvisierte Umwege. Eine Verbindung, die wieder möglich macht, was so lange gefehlt hat.

Aber Brücken sind nicht nur aus Beton oder Stahl. Brücken können auch zwischen Menschen entstehen. Zwischen Gedanken. Zwischen Erfahrungen. Zwischen dem Gestern und dem Heute. Und auch zwischen dem, was wir fühlen, und dem, was wir sagen.

Ich denke darüber nach, was Brücken sonst noch bedeuten. Sie ermöglichen es, große Distanzen in kurzer Zeit zu überwinden. Wenn man zum Beispiel über einen großen Fluss will: Mit einer Brücke ist das ein Spaziergang oder eine kurze Autofahrt. Ohne Brücke müsste man schwimmen oder mit dem Boot übersetzen – was länger dauert, vielleicht anstrengend ist, aber auch intensiver. Man würde mehr mitbekommen. Mehr sehen. Den Fluss riechen. Die Landschaft hören. Den eigenen Herzschlag spüren.

Und doch – Brücken sind eine Erleichterung. Eine Chance. Eine Einladung. Sie sagen: Du kannst rüberkommen. Du musst nicht feststecken. Es gibt einen Weg. Und das ist kostbar.

Gerade, während ich das schreibe, weht ein plötzlicher Windstoß über meinen Balkon. Fast so, als wollte er mich von meinem Stuhl pusten. Oh mein Gott. Ich muss lachen. Vielleicht ist das ein kleiner Wink – dass das Leben nicht immer ruhig und still ist, wenn wir denken. Manchmal will es uns anschieben. Wachrütteln. Oder einfach nur mitspielen.

Ich glaube, wir brauchen mehr Brücken. Mehr Verbindung. Nicht nur zwischen Ufern, sondern zwischen Menschen. Zwischen Generationen. Zwischen Meinungen. Zwischen unterschiedlichen Welten. Und auch in uns selbst – zwischen dem, was wir sind, und dem, was wir vielleicht noch werden wollen.

Und manchmal fängt so eine Brücke ganz unspektakulär an: mit zwei Wörtern in einer Zeitschrift. Mit einem Schluck Saft. Mit einem kleinen Windstoß. Und dem Mut, darüber zu schreiben.

Winke Winke und bis bald

Eure Nadia 🌿

23.06.2025
Nadia
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 Zwischen Loslassen und Seinlassen – Gedanken am Rhein

Ich liebe es, die Geschichten anderer Menschen zu lesen. Zu erfahren, wie sie ihr Leben meistern, welche Erfahrungen sie gemacht haben, was ihnen geholfen hat, weiterzukommen. Für mich gibt es kaum etwas Wertvolleres, als aus diesen Erlebnissen zu lernen, mich davon inspirieren zu lassen. Und genau deshalb schreibe ich auch selbst – weil es mir guttut, weil es mir Klarheit bringt, und weil ich hoffe, auch andere damit zu berühren.

Gerade lese ich das Buch Die Kraft des Seinlassens von Joshua Becker. Ich habe es vor über einem Jahr geschenkt bekommen, aber damals war einfach nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Ich war mitten in einem Prozess des Loslassens – emotional, mental, körperlich. Burnout. In dieser Phase konnte ich nichts von außen aufnehmen. Ich musste mich auf mich selbst konzentrieren. Den Lärm reduzieren. Den Druck rausnehmen. Den Boden unter den Füßen wiederfinden.

Heute ist es anders. Heute war der Moment da, das Buch aufzuschlagen – und schon auf den ersten Seiten hat mich diese ruhige, klare Botschaft gepackt: Dinge nicht nur loszulassen, sondern auch sein zu lassen. Es geht um Minimalismus, ja – aber nicht nur um weniger Besitz, sondern auch um weniger müssen, weniger Druck, weniger Lärm. Es geht um Raum. Innen wie außen.

In solchen Momenten kommen dann diese Gedanken: „Ich ziehe ins Kloster.“ Oder: „Ich will in ein Tiny House, irgendwo im Grünen.“ Einfach alles reduzieren. Ich spüre eine tiefe Sehnsucht nach weniger im Außen – und dafür mehr Verbindung zu mir selbst. Weniger Materielles, mehr Wesentliches.

Und übrigens – ich sitze gerade am Rhein. Hier kommen mir oft die besten Gedanken. Vielleicht, weil es ein Ort ist, der still macht. Ein Ort, an dem sich das Innen wieder meldet.

Lasst euch inspirieren. Lest, hört zu, schaut hin. Es ist ein Geschenk, von anderen zu lernen.

Erlaubt euch, Dinge auch einfach mal sein zu lassen. Nicht alles kontrollieren, nicht alles lösen müssen. Manchmal liegt die Kraft im Nicht-Tun.

Vielleicht hast du ja auch schon solche Erfahrungen gemacht? Dann schreib sie doch gerne in die Kommentare. Denn das Schreiben – so wie das Lesen – kann heilsam sein. Es hilft, zu verarbeiten, zu reflektieren und manchmal sogar neue Perspektiven zu entdecken.

Also los geht’s. Schreib. Teil dich mit. Sei du selbst. Ich freue mich auf Dich.

Winke Winke und bis bald 

Eure Nadia 🌿 

20.06.2025
Nadia
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Wie oft sehen wir Müll – und gehen weiter?

Wie oft laufen wir an irgendeinem Stück Müll vorbei – im Wald, auf dem Gehweg, im Park – und denken innerlich: "Oh man, wer hat das da schon wieder hingeschmissen?" "So viel Müll überall."

Und trotzdem gehen wir weiter. Vielleicht, weil wir denken, das sei nicht unsere Aufgabe. Vielleicht, weil’s gerade nicht passt. Vielleicht, weil wir’s einfach gewohnt sind.

Ein Moment im Wald

Vor Kurzem war ich im Wald spazieren, als mir eine leere Zigarettenschachtel auffiel. Sie lag mitten auf dem Weg. Ich dachte kurz: „Soll ich...?“ Und dann: „Ja.“

Ich hab einen Stock aufgehoben, die Schachtel damit aufgespießt – und dann stand ich da. Kein Mülleimer in Sicht. Also habe ich sie einfach mitgenommen. Sie fuhr dann eben mit mir ein paar Kilometer durch die Gegend, bis ich endlich einen passenden Ort zum Wegwerfen gefunden habe.

Es war nicht bequem. Aber auch nicht schlimm. Und am Ende hatte ich ein gutes Gefühl: Ich hatte nicht weggeschaut, sondern gehandelt.

Gestern im Schlosspark

Gestern war ich wieder unterwegs – mit meiner Mutter, im Schlosspark in Karlsruhe. Und auch da: überall Müll. Auf dem Spielplatz, auf den Wiesen, auf den Wegen. Und dann lag da diese große, leere Pizza-Schachtel. Einfach mitten auf dem Weg.

Meine Mutter läuft momentan mit Krücken. Ich habe mir kurzerhand ihre Krücken geschnappt und damit die Schachtel aufgesammelt, zum nächsten Mülleimer jongliert und dort nebendran abgelegt, denn leider war dieser Mülleimer überfüllt. 

Es geht nicht um Perfektion

Mir geht es überhaupt nicht darum, dass wir jetzt alle jeden Schnipsel Müll aufsammeln sollen, den wir sehen. Nein. Aber vielleicht könnten wir anfangen, ab und zu mal etwas aufzuheben. Den Müll, den wir als erachtenswert empfinden – wie auch immer wir das für uns definieren. Ob mit der Hand, mit einem Stock, mit einer Krücke – ganz egal.

Hauptsache: Wir gehen nicht einfach weiter.

Verantwortung kann leicht sein

Wenn jede*r von uns nur ein Teil Müll am Tag aufheben würde, wäre unsere Umwelt schon deutlich sauberer. Und noch wichtiger: Wir würden damit ein Zeichen setzen. Nicht laut. Nicht dramatisch. Aber sichtbar. Für uns selbst. Und für andere.

Es geht nicht darum, die Welt im Alleingang zu retten. Es geht darum, dass wir anfangen – genau da, wo wir stehen.

🟢 Impuls zum Schluss:

Was passiert, wenn du beim nächsten Spaziergang nicht nur hinsiehst, sondern auch kurz anhältst? Was, wenn du beim nächsten Stück Müll einfach denkst: „Ich hebe das jetzt auf.“

Nicht, weil du musst. Sondern weil es geht.

....und schon sieht die Welt gleich schöner aus!

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